Samstag, Oktober 13, 2007

Ein paar Worte zum Anfang

Aller Anfang ist schwer. Besonders auch wenn man das Bedürfnis hat Tagebuch zu führen um Ordnung in sich selbst zu schaffen - und man viel zu verwirrt ist um aus dem Knotenwust von Gedanken einen roten Faden zu finden.

Das ist jetzt mein 4. Blog. Seit Sommer hatte ich Blogs eröffnet und war nicht in der Lage anzufangen. Der Name stimmte nie. Es drückte nie etwas auch nur im Ansatz aus von dem was ich eigentlich ausdrücken möchte und jetztwurde mir klar, dass ich garkeinen Anfang mit rotem Faden finden muss bevor ich beginne. Vielleicht kommt der rote Faden ja zu mir, wenn ich einfach nur das Knäuel von Gedankenfäden in die Hand nehme und anfange es herum zu drehen.

Ich habe soviel zu sagen. Soviel Verwirrung und Zerrissenheit sind in mir - gerade in Phasen wie diesen. Kaum eine Phase im Leben wird mehr Gelegenheit zu spirituellem Wachstum bieten als die Phase wenn Du Deine Eltern in den Tod begleitest.

Wenn Du jemanden in den Tod begleitest wird alles unwesentlich was man vorher für wichtig hielt. Wenn Du jemanden in den Tod begleitest bist Du vielleicht sogar in der Lage Dir selbst näher zu kommen, Dein wahres Selbst zu finden und Deinen Weg zu gehen.

Der Tod ist einer der besten Lehrmeister fürs Leben - wenn man ihn zu einem Verbündeten werden lässt.

Und das ist der Weg den ich gerade zu gehen versuche - mit all seinen Höhen, Tiefen, seinem Leid, seiner Trauer, seiner Liebe, seiner vollkommenen Schönheit, seiner Dankbarkeit und nicht zuletzt seiner Verwirrung.

Ausserdem ist Schreiben im Moment sehr heilsam für mich. Es drängt mich geradezu dazu Tagebuch zu führen. Das hilft mir beim erkennen und reflektieren der Situation und meiner Selbst. Denn mit Sterbenden zu arbeiten heisst zuallererst an sich selbst zu arbeiten.

Freunde und Bekannte kommen derzeit viel zu kurz. Wenn Zeiten so turbulent sind wie diese vergehen die Wochen und Monate schneller als der Wind sie verkündet.
Die Zeit zerfließt in einem riesigen Meer von Chaos - wo ich gerade versuche nach Luft zu schnappen.

Ich danke Euch für die Zeit die Ihr Euch nehmt um meine Zeilen zu lesen. Auf diesem Weg habt Ihr die Gelegenheit meine Gedanken und Gefühle, die voller innerer Konflikte beim Loslassen sind, mit zu verfolgen, ohne dass ich mehr Energie aufwenden muss, als ich derzeit dazu in der Lage bin.

Denn alles was hier vor sich geht im Aussen genauso wie in meinem Innern - ist still und leise.